"NEWYORK"
2009
Performance-Lecture, ca 30 min.
und/oder Video, 20:46 min


Performance März 2010, centre d'art passerelle, Brest. Im Rahmen von ANTIPODES '10. Foto: Marie Bazire


In Form eines performativen Vortrags erzähle ich die Stadtgeschichte von New York.

Mit Hilfe einer Bild-und-Ton-Präsentation wird die Geschichte der Stadt präsentiert, wobei die Stadt New York als eine Hyper-Struktur beschrieben wird, die zwischen dem Realen, dem Fiktiven und dem Imaginären angesiedelt ist. In „NEWYORK“ sind alle Erinnerungen im Staub gespeichert, der von den Staubmilben verdaut und kontrolliert wird.
In diesem als „Mega-Stadt“ beschriebenen Raum ist Architektur sowohl Ausdruck und Verkörperung als auch Störung der eingeschriebenen Mythen, Erinnerungen und Kräfte der Natur. Insbesondere geht es dabei um fiktive Dimensionen sowie die Einschreibungen kollektiver und individueller Erinnerung in jene Raumkonstruktionen.

Die Form des wissenschaftlichen Vortrags wird durch Poesie, Ironie und Fiktion gebrochen.
„NEWYORK“ ist Teil einer offenen Serie performativer Stadtportraits.
Es existiert als Performance-Lecture und als eigenständiges Video.



>> Link zum Video "NEWYORK" (20:46min)


Slides der Präsentation
„Im Jahr 2001 stürzen die Türme ein. Ohne jegliche Vorwarnung verschwinden die Türme in enormen, postmodernen Staubwolken. Gemeinsam mit dem Staub der eingestürzten Türme wehen wilde Gedanken horizontal durch die Strassen, in Erinnerung an die vertikale Stadt. Dieses Ereignis prägt die zukünftige Geschichte der Stadt: Seitdem gibt es eine Dekompression von Zeit und Raum und zugleich einen wachsenden Anteil von Staub und Erinnerung in der Atmosphäre: April 18th, 2006, 84 F, saturation degree 97%.
Die 2 Türme, die letzte Bastion der Moderne, haben Lady Macbeth in die Stadt gelassen, wie sie ewig versucht, sich die Hände vom Blut reinzuwaschen. Eine Studie ergibt, daß die Explosion die Oberfläche der Stadt beschädigt hat. Erinnerungsstaub setzt sich nun an Körpern und Gebäuden fest, und übermittelt somit seine Eigenschaften auf die Träger. Erinnerungs-Staub hat zeitliches Potential, er ist elastisch, er kann zu Objekten oder in Gebäude komprimiert werden und ebenso plötzlich wieder freigelassen werden. (und ich meine: ebenso plötzlich!) Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit hat sich die Vergangenheit in der Gegenwart festgesetzt. Erinnerungsbilder sind überall.“

(Auszug der Performance-Lecture)