"BREST"
2008
Performance-Lecture, ca 30 min.
und/oder Video, 25 min



Performance in Marseille, Friche Belle de Mai, September 2008


Mithillfe einer Power Point Präsentation erzähle ich die Stadtgeschichte von Brest.
Ausgehend von historischen Fakten und unter Zuhilfenahme von Archivmaterial driftet der Performance-Vortrag mehr und mehr in die Absurdität ab; er verbindet die Legende der untergegangen Stadt Ys mit der heutigen Stadt Brest, die in den 50er Jahren auf den Ruinen der zerstörten Stadt wiederaufgebaut wurde, und bildet Symbole für Gefühle und unterdrückte Erinnerungen. Ich belege und zeige anhand von Grafiken, wie sich diese Erinnerung in Form von Wasser und Kegeln materialisiert, wie sie in die Bewohner eindringt und somit die steinerne Stadt zu einer langsamen Auflösung und Fragmentierung bringen wird:
Erinnerungsbilder in Form von Postkarten beherrschen die Menschen, bis sie durch neue Bilder ersetzt werden, während die Brester Steine nach Touristen werfen und nur die Kinder sich noch außerhalb von Zeit und Raum bewegen können, indem sie Kreisel spielen und Hüpfspiele spielen.

Die Form des wissenschaftlichen Vortrags wird durch Poesie, Ironie und Fiktion gebrochen.
„BREST“ ist Teil einer offenen Serie performativer Stadtportraits.
Es existiert als Performance-Lecture und als eigenständiges Video.


>> Link zu Doku der Performance-Lecture "BREST"


Slides der Präsentation
„Im Falle von Brest ist es so, dass die Stadt ihre Erinnerung nicht zeigt, aber sie enthält, in jedem Stein, der aufgestellt wurde, in jedem Loch, welches in den Boden gegraben wird, in jedem Windzug, der durch die Straßen und Haare der Bewohner fährt und in den Bewegungen der Bewohner selbst. Die Architekten der Moderne bauten die Erinnerungen nicht auf, sie wollten sie im Gegenteil einstampfen, aber stattdessen schlossen sie die Erinnerungen in die Bauten ein. Nun haben sich die Wände immer mehr voll gesogen, nun platzen die Betonflächen auf, aufgequollen mit korrodierenden Erinnerungen, Häuserwände verfärben sich grau und grün, um neu weiß oder in einer anderen, vielleicht der Epoche angemesseneren Farbe, überstrichen zu werden.
Die Architekturen platzen auf.
Auch unser Betonexperte ist der Ansicht, dass sich die Stadt langsam auflösen, in Fragmente zersetzen wird....“

(Auszug der Performance-Lecture)